Alexander Sowa

- plusminusunendlich -

05.05. - 06.06.2021


Die Ausstellung - plusminusunendlich - mit dem Atelierstipendiaten der Stadt Nürtingen, Alexander Sowa, Stuttgart, im Kunstverein Nürtingen wird ab Sonntag 02.05.2021 - 11.00 Uhr online zu sehen sein. Zur Einführung in die Ausstellung wird im Internet die Aufzeichnung eines Rundgangs durch die Ausstellung mit Alexander Sowa angeboten.
Einladung zur Onlinepräsentation 02.05. - 11 Uhr:

Am 10.06. um 16.00 Uhr wird in der Ausstellung der Katalog „plusminusunendlich“ von Kulturamtsleiterin Susanne Ackermann der Öffentlichkeit vorgestellt. Sobald die aktuelle Coronaverordnung es zulässt, kann die Ausstellung besucht werden! Das wird auf unserer Webseite angekündigt!

Öffnungszeiten: Do. 17 - 20 Uhr, So. 11 - 17 Uhr u. n. tel. Vereinbarung 07022/41247 
Die Galerie des Kunstvereins Nürtingen ist in der Galgenbergstraße 9 auf der Rückseite des Jobcenters im Innenhof der Firma Greiner GmbH, dort finden Sie den Eingang beschildert. Die gültigen Coronaverordnungen des Landes B-W sind zu beachten!

 

Unter dem Titel Plusminusunendlich präsentiert Alexander Sowa eine konzeptuelle Bildhauerei, die mit Texten und Objekten einen sinnlichen wie intellektuellen Zugang in sich vereint. In den vier Werkkomplexen, drei installativen Arbeiten und einem Künstlerbuch, tauschen Text und Objekt immer wieder die Rollen und bedingen sich als Visualisierung von Gedanken oder Analyse von Form gegenseitig.

 

Über diesen formalen Zugang spielen die Arbeiten mit der Erzeugung von Sinn und Unsinn und hinterfragen diese Begriffe als Kategorien. Unsere Beziehung zu diesen Begriffen ist keineswegs so eindeutig, wie unsere Verwendung derselben vermuten lassen würde. Denn was ist Sinn und was macht Sinn? Warum suchen wir den Sinn ständig, aber finden ihn nie? Wenn der Sinn einer Sache ein Ziel oder einen Zweck darstellen würde, dann wäre ein unsinniges Ziel ebenfalls Sinn. In diesem Sinn verrät bereits der Titel, dass die Ausstellung und die Arbeiten nicht darauf abzielen, einen Sinn vorzugeben. Vielmehr geht es um das einnehmen von verschiedenen Betrachtungswinkeln und um die Frage des Standpunktes, von dem aus über Sinn und Unsinn entschieden wird. Der Standpunkt erfordert eine Lokalisierung im Raum und eine Relativierung gegenüber der Umgebung und ihren Objekten. Der Auseinandersetzung mit Raum und Objekt kommt deswegen eine besondere Bedeutung in den Arbeiten zu. Unserer Vorstellung von Raum ist stets modellhaft und unterliegt einem permanenten Wandel. Zunehmends müssen wir uns neben unserem Wohnraum und unserem Lebensraum auch mit dem scheinbar unendlichen Raum des Universums auseinandersetzen. Vom begehbaren Raum zum sichtbaren Raum behandelten wir ihn stets als etwas, von dem wir Bescheid wissen. Das Bewusstsein über einen nicht einsehbaren Raum, der auf den sichtbaren Raum folgt, zeigt uns nicht nur eine Grenze der visuellen Erkenntnis, sondern lädt auch zu einem erneuten Nachdenken über die Eigenschaften von Raum im Allgemeinen und unseren Umgang damit im Speziellen ein. Dieser Umgang betrifft ebenso unsere Beziehung zu den darin enthaltenen Objekten, woraus sich für Alexander Sowa die Frage ableiten lässt, wie sich eine Gesellschaft über diese Beziehung erkennen und beschreiben lässt. So findet in seinen Arbeiten nicht selten ein Wechsel der Orte und Zeiten statt: von der Erde ins Universum, Tiefenzeit mischt sich mit Zukunft, so wie der Raum mit der Fläche. All das liegt hier nah beieinander und überlagert sich, womit er betont, dass Kunst gedanklich stattfindet und somit nicht zwingend auf den terrestrischen Raum, das Gegenwärtige oder Zeitgenössische begrenzt ist. Dabei bekommen wir verformte Versionen der Erde zu sehen, Fossilien, die auf Supernovae treffen und Schildkröten, die unseren Zugang zur Kunst beeinflussen. Letztlich stellt die Ausstellung eine Suche dar, in der Sinn durch Möglichkeiten vertauscht wird. Die Suche nach Möglichkeiten wird zu einem Spiel mit Sinn und Unsinn, die hierbei keine konkurrierende Kategorien unseres Urteils sind, sondern wechselwirkende Parameter einer Methodik bilden.